Michel van Amsterdam
Impact Investing
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Impact-Praxis · 6 Min. Lesezeit

Mikroalgen: Wie ein Reinraum das Superfood der Zukunft industriefähig macht

Mikroalgen gelten seit Jahren als Hoffnungsträger für Ernährung, Kosmetik und Pharma – doch ihre industrielle Nutzung blieb bisher hinter den Erwartungen zurück. Ein Praxisbeispiel, wie Impact Investing genau an dieser Lücke ansetzt.

Offenes Becken vs. geschlossener Reinraum
Schematische Gegenüberstellung nach Angaben der Algene International AG, dn-ag.com

Das Problem: Potenzial ohne Prozesskontrolle

Das biologische Potenzial von Mikroalgen ist wissenschaftlich gut belegt – als funktionelle Inhaltsstoffe für Lebensmittel, als kosmetische Wirkstoffe, bis hin zu pharmazeutischen Einsatzfeldern. Woran es bisher scheiterte, ist die Herstellung: Viele Produktionsverfahren basieren auf offenen Systemen, die stark von äußeren Einflüssen abhängen. Schwankende Umweltbedingungen, Verunreinigungen durch Schadstoffe oder Schwermetalle und fehlende Prozesskontrolle führen zu inkonsistenter Qualität.

Gerade für regulierte, qualitätssensible Märkte wie Lebensmittel und Kosmetik sind aber reproduzierbare Reinheit, gleichbleibende Inhaltsstoffe und verlässliche Lieferketten entscheidend. Das Potenzial lässt sich nur ausschöpfen, wenn die Produktion technologisch kontrollierbar, skalierbar und industriefähig ist.

Die Lösung: Zucht im geschlossenen Reinraumsystem

Die Algene International AG – eine Beteiligung aus dem Portfolio der DN Deutsche Nachhaltigkeit AG – entwickelt und betreibt eine teilweise patentierte Technologie zur kontrollierten Züchtung von Mikroalgen. Anders als bei konventionellen Verfahren werden die Algen in einem geschlossenen Reinraumsystem unter vollständig steuerbaren Bedingungen kultiviert: präzise Beleuchtung, kontrollierte Nährstoffversorgung und der konsequente Ausschluss von Schadstoffen und Schwermetallen.

Das Ergebnis: Mikroalgen von gleichbleibend hoher Qualität, die schneller und effizienter wachsen als bei herkömmlichen Methoden – und sich damit für anspruchsvolle Anwendungen in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie eignen. Wissenschaftlicher Partner ist unter anderem die Technische Universität München.

Die Wirkung: Fünf SDGs, ein Geschäftsmodell

Algenes Beitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen
SDG 6 – Sauberes Wasser SDG 8 – Menschenwürdige Arbeit SDG 9 – Industrie, Innovation, Infrastruktur SDG 12 – Nachhaltiger Konsum und Produktion SDG 13 – Klimaschutz SDG 17 – Partnerschaften
Icons: Vereinte Nationen, Agenda 2030

Was das Beispiel für Impact-Anleger interessant macht, ist die klare Zuordnung der Wirkung zu den UN-Nachhaltigkeitszielen: Skalierbare, ressourceneffiziente Produktionsprozesse zahlen auf SDG 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur) und SDG 12 (Nachhaltiger Konsum und Produktion) ein. Der Aufbau technologiebasierter Wertschöpfung unterstützt SDG 8 (Menschenwürdige Arbeit), der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen SDG 13 (Klimaschutz) und SDG 6 (Sauberes Wasser). Als Schnittstelle zwischen Forschung, Industrie und Biotechnologie wirkt Algene zudem im Sinne von SDG 17 – Partnerschaften zur Erreichung der Ziele.

Genau so sieht gelebtes Impact Investing aus: ein reales Marktproblem, eine technologische Lösung mit Wettbewerbsvorteil – und eine Wirkung, die sich systematisch messen und berichten lässt. Wie Sie solche Beteiligungen als Anleger prüfen, zeigt unsere 10-Punkte-Checkliste.

Quelle: Algene International AG / DN Deutsche Nachhaltigkeit AG, dn-ag.com/cases/algene
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